Artikel, Aufsätze...

...in chronologischer Ordnung




Glaube im Zeitalter der Wissenschaft
Beiträge aus einem Blog

  • Können Gottesbeweise eine spannende Lektüre sein?
  • Päpstlicher als der Papst...
  • Wie genau ist die Existenz Gottes beweisbar?
  • Michelangelos Touchdown oder: Wo Gott die Welt berührt
  • Verbirgt sich Gott hinter einer Anomalie?
  • Das Foucaultsche Pendel oder: Was Umberto Eco vielleicht gern wissen würde
  • Transzendenz als Wurzel intelligenten Designs
  • Die Botschaft des Nikolaus von Kues oder: Die Fünf-Minuten-Exegese
  • Wie man einen Affen fängt oder: Warum es nie zu einer modernen Metaphysik gekommen ist
  • usw.


Germanblogs 2007


Mandala - Ein geheimer Bauplan des Universums?

Im Herbst 2007 gab mir der Kwiatkowski Verlag die Gelegenheit, in dem von ihm herausgebenen Magazin "Der NordStern" mein Buch "Die Physik des Mandala" vorstellen zu dürfen.
Wenige Monate zuvor war dieses Buch im Windpferd Verlag erschienen. Es schildert im Detail, wie ich die Struktur des Mandalas als möglichen Bauplan des physikalischen Universums habe identifizieren können. Der im NordStern erschienene Text gibt dem Leser einen ersten Eindruck von der Geschichte, die dieser Entdeckung zugrundelag.


Von der Notwendigkeit einer Zweiten Aufklärung

Seit jener Zeit, da Galileo Galilei durch sein Fernrohr blickte und als erster Mensch die Monde des Jupiters entdeckte, hat die Naturwissenschaft eine rasante Entwicklung genommen. Sie hat innerhalb von nur vier Jahrhunderten nahezu alle Wirklichkeits-bereiche aufklären können. Wir kennen nicht nur den Aufbau der Materie, wir wissen auch um das Geheimnis des Lebens. Mittlerweile sind wir sogar fähig, so tief in den kosmischen Raum hineinzublicken, dass wir aus der »Glut der Schöpfung« zu lesen vermögen. Dieser atemberaubende Erfolg hat dazu geführt, dass sich die Naturwissenschaft zu einer der dominierendsten Erkenntnis-methoden auf unserem Planeten entwickelt hat.
Doch bei all diesem Erfolg ist ein Bereich der Wirklichkeit bis heute naturwissenschaftlich vollständig unaufgeklärt geblieben: Es ist das Transzendente. Über diesen Bereich wissen wir nahezu gar nichts. Alles Wissen verliert sich im Dunkel der Zeit. Es ist in Texten aufgezeichnet, deren metaphysischen Aussagen über das Transzendente ebenso vieldeutig wie diffus sind.

Tabula Rasa, Zeitschrift für Gesellschaft und Kultur, Juli 2010

Über das Prinzip der Dualen Konstanz von c

In der modernen Physik wird Licht als eine Quantenerscheinung aufgefasst, die sowohl teilchenartige als auch wellenartige Aspekte aufweist. Heute wissen wir, dass keiner dieser beiden Aspekte, für sich genommen, ausreicht, um dem Wesen des Lichtes gerecht zu werden. Diese duale Charakteristik des Lichtes wird daher – entsprechend der Quantentheorie - als eine seiner fundamentalen Eigenschaften aufgefasst. Angesichts dieser quantentheoretischen Auffassung erscheint es als eine natürliche Annahme, dass nicht nur das Licht selbst, sondern auch die Lichtgeschwindigkeit c dualer Natur sein sollte. In dem vorliegenden Aufsatz ist untersucht worden, ob und inwieweit die Spezielle Relativitätstheorie dieser Annahme genügt.

Über die logische Notwendigkeit des EINEN

1078 schlug Anselm von Cantury ein Argument für die Existenz Gottes vor, welches als Ontologischer Beweis bekannt wurde. Es basiert auf der Erkenntnis, dass die Nicht-Existenz Gottes nicht ohne Widerspruch gedacht werden kann, weswegen die Existenz Gottes im Umkehrschluss als logisch notwendig erscheint. Obwohl diese Schlussfolgerung mittlerweile in der Nachfolge zu Kant als wissenschaftlich inhaltslos kritisiert wird, ist sie immer noch Gegenstand philosophischer und theologischer Betrachtungen.

In diesem Aufsatz wird gezeigt, dass eine moderne Metaphysik zu derselben Schlussfolgerung führt wie der ontologische Beweis – freilich auf der Grundlage einer völlig anderen Argumentation.

Ausgangspunkt dieser Argumentation ist die Annahme eines physikalischen Universums, welches explizit auf einem als unsichtbar charakterisierten Fundament basiert. Es zeigt sich, dass dieses metaphysische Modell-Universum nicht nur eine ganz spezielle Konzeption besitzen muss, es zeigt sich auch, dass die logische Konsistenz dieses Universums nur dann gewahrt ist, wenn das ihm zugrundeliegende unsichtbare Fundament als existent angenommen wird. Das bedeutet, dass die Nicht-Existenz dieses Fundamentes speziell mit Blick auf das metaphysische Modell-Universum nicht ohne Widerspruch gedacht werden kann - eine Schlussfolgerung, die formal mit der durch den ontologischen Beweis ausgesprochenen Schlussfolgerung übereinstimmt.

Dieses Ergebnis legt den Schluss nahe, dass der von Kant als dialektischer Schein kritisierte ontologische Beweis einen - unabhängig vom Existenz-Begriff - rational begründbaren Kern hat; ein Ergebnis, welches die Möglichkeit von Metaphysik als Wissenschaft in einem neuen Licht erscheinen lässt. Wie wir wissen, gründete Kants Kritik an der Metaphysik wesentlich auf der Kritik des ontologischen Argumentes.